Das Arbeitstier

Besitzer von Firmencomputern kennen vielleicht das Problem. Der Platz, an dem sich Technik im rauhen Arbeitsalltag bewähren muss, ist hin und wieder nicht der optimalste für die enthaltene Elektronik. Die Geräte dümpeln oft in einer unauffälligen Ecke herum und sind großen Temperaturschwankungen sowie immensem Staubaufkommen ausgesetzt. Innerhalb weniger Monate wird dann soviel Staub in das Gehäuse gesaugt, dass die Kühlung immer stärker behindert wird.

Wie könnte also ein Computer aufgebaut sein, der zum Beispiel in einer Hotellounge oder dem Empfangsraum einer Autowerkstatt steht? Mit relativ einfachen Mitteln lassen sich sowohl stinknormale Geräte aus der Massenproduktion, als auch individuell zusammengesetzte Rechenknechte so verändern, dass sie auch bei Dauerbetrieb über Jahre hinweg nicht mehr geöffnet werden müssen.

Am Beispiel eines von mir vor einiger Zeit gebauten Hotel-Buchungscomputers sei einmal aufgezeigt, dass Staubpartikel aus der Luft sehr effektiv vom Innenleben ferngehalten werden können.

ramcooler

Neben dem AMD-Doppelkernprozessor (4000+) stecken zwei Arbeitsspeicherriegel von jeweils einem Gigabyte Größe, die zur besseren Wärmeableitung mit speziellen Kupferkühlblechen aufgerüstet wurden.
Wie man sieht, ist der Prozessorkühler nicht allzu groß. Das muss er auch nicht, denn er zieht seine Luft direkt über ein von der Gehäuseseitenwand nach innen führendes Ansaugrohr. Die Kühlrippen unter dem Lüfter sind übrigens genau diejenigen Kandidaten, die sich so stark zusetzen können, bis sich nicht einmal mehr das Lüfterrad drehen kann.

hddcooler

Zusätzlich zu dem fast schon obligatorischen zusätzlichen 12cm-Gehäusefrontlüfter (rechts unten) habe ich die Festplatten mit einem aktiven Kühlsystem ausgestattet. Im Bild hinter dem Kabelgestrüpp ganz gut zu erkennen sind die blauen Extrakühlrippen, die von jeweils zwei Lüftern aktiv beatmet werden. Im System selber sind zwei solche SATA-Festplatten installiert.
Die zweite Platte dient als reines Backup-Medium, das vom Betriebssystem zur Erhöhung der Lebensdauer in den Ruhemodus geschickt wird. Nur ein Freeware-Backup-Programm weckt sie in regelmäßigen Abständen auf und legt auf ihr die geplanten Datensicherungen ab.

chassisfilter

Nicht schön, aber wirkungsvoll - meine Idee der wechselbaren Ansaugfilter. Hier am Beispiel des Gehäusefrontlüfters. Dazu muss natürlich zunächst das Gehäuse dahinter abgenommen und mit einer Stichsäge geöffnet werden. Dann dichtet man alle Ritzen und sonstigen Lufteintrittsmöglichekiten mit Silikon ab. Schließlich wird vor die Öffnung ein Gitter mit Rahmen eingeklebt, das ein Stück Filtermatte aufnehmen kann, wie es sonst in Küchen-Dunstabzugshauben benutzt wird. Damit das zugeschnittene Filtervlies nicht herausfällt, habe ich ein Stück Gitterdraht davor geklemmt.

cpufilter

Das gleiche Prinzip wird am zweiten Lufteintritt des Computers angewendet, am Ansaugrohr des Prozessorlüfters. Die braunen Kunststoffelemente stammen aus der Baumarkt - Abteilung Lüftungstechnik. Neu eingesetzt, ist das Stück Filtermatte natürlich noch strahlend weiß. Ganz anders auf der folgenden Aufnahme:

schmutzfilter

So sehen die Filtereinsätze nach einem etwa halbjährlichen Fast-Dauerbetrieb in einem Gaststätten- und Empfangsbereich aus.

einsatzort

Hier noch einmal der Einsatzort. Alle Reinlichkeit und regelmäßiges Wischen schützt ja nicht vor einer Systemüberhitzung mit all seinen lustigen Begleiterscheinungen - denn der Staub liegt in der Luft. Mein Anti-Staub-Tuning funktioniert jedenfalls hervorragend und die Filtermatten sind von wirklich jedem Anwender ganz einfach auszuwechseln. Das Luftgitter an den Seitenteilen unten ist natürlich ebenfalls mit einem Filz abgedichtet, von innen.

Ich habe dort zur Hilfe das Freeware-Messprogramm “Speedfan” installiert, was auf der Startleiste die CPU-Temperatur anzeigt. Steigt diese Temperatur dauerhaft auf über 50°C, sollten die Filterpads erneuert werden.